Natur trifft Technik: Was bleibt, wenn die Ferien vorbei sind?

Die Sommerferien sind vorbei, die Trickfilme fertig und die Materialien wieder verstaut. Und trotzdem fühlt sich unser Ferienprogramm „Natur trifft Technik“ noch lange nicht abgeschlossen an. Denn nach dem Sommer 2026 nehmen wir vor allem eines mit: Das Konzept funktioniert, der Bedarf ist da, und wir möchten weitermachen.
 
Gemeinsam mit dem Naturpark Elm-Lappwald haben wir in diesem Sommer Kinder eingeladen, Natur einmal anders zu entdecken: nicht nur zu beobachten, sondern auszuprobieren, zu gestalten, Geschichten zu entwickeln und diese anschließend mit digitaler Technik zum Leben zu erwecken. Dabei ging es uns nie darum, fünf Tage möglichst vollzupacken. Viel wichtiger war die Frage, wie wir einen Raum schaffen können, in dem Kinder neugierig sein dürfen, selbst ausprobieren können und ganz nebenbei lernen.
 

Natur entdecken. Geschichten entwickeln. Filme drehen.

Die Mischung aus Natur, Technik, Bewegung und kreativem Arbeiten hat sich auch in diesem Jahr wieder besonders bewährt. Die Kinder gingen gemeinsam auf Entdeckungstour, sammelten Eindrücke und Naturmaterialien und entwickelten daraus eigene Ideen und Geschichten. Anschließend entstanden Kulissen, Figuren und schließlich eigene Stop-Motion-Filme.
 
Dabei waren die Kinder nicht einfach Zuschauerinnen und Zuschauer, sondern haben selbst produziert: Sie haben Geschichten erfunden, Szenen geplant, Bilder aufgenommen und ausprobiert, wie aus vielen einzelnen Fotos am Ende ein Film entsteht. Genau darin liegt für uns ein wichtiger Teil von Medienkompetenz: Technik nicht nur zu konsumieren, sondern sie als Werkzeug für die eigenen Ideen zu nutzen.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Alle Trickfilme der Kinder gibt es auf unserem Wissenswald-YouTube-Kanal zu sehen:
 
 

Was sich 2026 besonders bewährt hat

Nach inzwischen mehreren Durchläufen wissen wir immer besser, was ein gutes Ferienprogramm braucht. Besonders gut funktionieren kurze Lernphasen, viel eigenes Ausprobieren und der Wechsel zwischen drinnen und draußen, ebenso wie Bewegung, freies Spiel und ein Team, das unterschiedliche Kompetenzen mitbringt.
 
Denn nicht jedes Kind interessiert sich für dasselbe: Während das eine Kind am liebsten filmt, möchte ein anderes bauen, draußen entdecken, Geschichten erfinden oder einfach erst einmal beobachten. Genau diese Vielfalt möchten wir ermöglichen. Das Programm verbindet deshalb bewusst verschiedene Bereiche: Naturerfahrung, Medienkompetenz, Kreativität, Bewegung und soziales Lernen. Und mindestens genauso wichtig ist uns eine Atmosphäre, in der Kinder sich sicher fühlen, ihre Grenzen äußern können und auch Rückzug möglich ist.

  

Plötzlich war auch der NDR dabei

Ein besonderes Highlight in diesem Sommer war der Besuch des NDR: Für „Hallo Niedersachsen“ wurde unser Ferienprogramm in Helmstedt begleitet, entstanden ist ein dreiminütiger Beitrag, der einen sehr schönen Einblick in die Woche und die Arbeit der Kinder gibt.
 
Für uns war der Dreh natürlich aufregend. Vor allem aber war es eine tolle Möglichkeit, sichtbar zu machen, was während dieser Tage eigentlich passiert. Und die Kinder konnten gleich einen realen Bezug zur Medienwelt bekommen. Denn hinter einem fertigen Film steckt viel mehr als ein bisschen Technik: Es geht um Zusammenarbeit, Ideenfindung, Kreativität, Geduld, Kommunikation und darum, etwas Eigenes entstehen zu lassen.
 
 

Der Bedarf an guter Ferienbetreuung ist groß

Eine Erkenntnis aus den vergangenen Durchläufen ist für uns besonders deutlich: Es ist nicht schwierig, Kinder und Familien für dieses Angebot zu begeistern… Der Bedarf an hochwertiger und gleichzeitig bezahlbarer Ferienbetreuung ist groß. Doch genau hier liegt auch eine der größten Herausforderungen.
 
Ein fünftägiges Bildungsprogramm braucht qualifizierte Trainerinnen und Trainer, Räume, Materialien, Technik, Verpflegung, Organisation und teilweise auch Transportmöglichkeiten. Gleichzeitig möchten wir, dass möglichst viele Familien teilnehmen können, unabhängig davon, wie groß ihr finanzieller Spielraum ist. Ein solches Angebot dauerhaft allein über Teilnahmebeiträge zu finanzieren, funktioniert deshalb nur sehr eingeschränkt.
 

Deshalb denken wir jetzt nicht nur an 2027, sondern an die nächsten drei Jahre

Nach dem Ferienprogramm ist für uns deshalb vor allem eine Frage wichtig: Wie können wir aus einem erfolgreichen Projekt ein dauerhaftes Bildungsangebot machen? Gemeinsam mit dem Naturpark Elm-Lappwald möchten wir „Natur trifft Technik“ weiterentwickeln und langfristig auf stabile Beine stellen.
 
Aktuell bereiten wir neue Gespräche mit Stiftungen, Förderern und weiteren möglichen Finanzierungspartnern vor, denn unser Ziel ist eine Finanzierungsperspektive über drei Jahre, denn gute Bildungsarbeit braucht Planungssicherheit. Eine längerfristige Finanzierung würde uns ermöglichen, das Programm nicht jedes Jahr wieder nahezu bei null zu beginnen: Wir könnten Strukturen weiterentwickeln, Trainerinnen und Trainer langfristiger einbinden, Kooperationen aufbauen, Erfahrungen systematisch nutzen und das Angebot für mehr Kinder zugänglich machen. Aus einzelnen Ferienwochen könnte so Schritt für Schritt ein verlässliches regionales Bildungsangebot entstehen.
 

Bildung funktioniert am besten gemeinsam

„Natur trifft Technik“ ist ein Gemeinschaftsprojekt und genau das ist eine seiner großen Stärken. Federführend wird das Ferienprogramm vom Naturpark Elm-Lappwald getragen und weiterentwickelt, für die medienpädagogische Umsetzung ist das Wissenswald-Team aus Naturpädagoginnen, Studierenden und weiteren Trainerinnen beteiligt, die unterschiedliche fachliche Perspektiven und Erfahrungen in das Programm einbringen.
 
Unterstützt wurde das Ferienprogramm 2026 außerdem durch das Bildungszentrum Landkreis Wolfenbüttel, Magni & Friends, die Stadt Braunschweig – Fachbereich Kinder, Jugend und Familie, den Regionalverband Großraum Braunschweig sowie die Stiftung Großes Waisenhaus. Diese Unterstützung ist weit mehr als ein finanzieller Beitrag: Sie ermöglicht ganz konkret, dass Familien bei den Teilnahmebeiträgen entlastet werden, qualifizierte Trainer*innen eingesetzt werden, Materialien und Technik zur Verfügung stehen und Transportmöglichkeiten organisiert werden können. Damit wird aus einer guten Idee ein Ferienangebot, das tatsächlich zugänglich und umsetzbar wird.
 
Gerade das Zusammenspiel der unterschiedlichen Partner zeigt für uns, was das Projekt ausmacht: Naturbildung, Medienkompetenz, Ferienbetreuung und gesellschaftliche Teilhabe lassen sich nicht sinnvoll getrennt voneinander denken. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bei allen beteiligten Organisationen, Förderern und Menschen bedanken, die das Programm 2026 möglich gemacht haben.
Aus einem privaten Bedarf für Kinderbetreuung soll so Schritt für Schritt ein dauerhaftes regionales Bildungsangebot entstehen. Und genau dafür suchen wir weitere Partnerinnen und Partner, die diesen Weg gemeinsam mit uns gehen möchten.
 
Du möchtest „Natur trifft Technik“ unterstützen?
Du vertrittst eine Stiftung, ein Unternehmen oder eine Institution und kannst dir vorstellen, das Bildungsprogramm in den kommenden drei Jahren zu begleiten oder finanziell zu unterstützen? Dann freuen wir uns sehr über den Austausch.
 
Kontakt: Wissenswald ferien@wissenswald.com

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